Klarna und PayPal

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Heute habe ich einen Artikel gefunden:

„Finger weg von Paypal und Klarna“: Verbraucherschutz kritisiert beliebte Online-Bezahldienste
Finger weg von PayPal und Klarna? Weshalb?

Da werden PayPal und Klarna als Online-Bezahldienste über den sprichwörtlichen Kamm geschert. Beide sind solche Dienste, aber ansonsten sehr unterschiedlich.

Hier kann ich nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und ziehe PayPal auf jeden Fall vor.

Die Klarna ist im Grunde eher dadurch bekannt, dass sie eine tolle Ratenzahlung anbietet. Dies betrifft allerdings nur Verkäufer, welche diese Zahlungsmöglichkeit in ihrem Vertrag haben. Man bestellt einen Artikel und die Klarna tritt in Vorleistung. Sie bezahlt den vollen Betrag an den Verkäufer und vereinbart eine Ratenzahlung mit dem Käufer. Es ist ein monatlicher Mindestbetrag angegeben und die Monatsrechnungen kommen per E-Mail. Eine wunderbare Sache und man muss nicht erst die Kaufsumme zusammensparen.

Ich bestellte eine Brille über “myspexx” und die kostete mich 247 Euro. Ein Vertrag geht über 2 Jahre und die monatliche Rate lag bei 10 Euro. Man hat jederzeit die Möglichkeit den Rest auf einmal zu zahlen.

Ich zahlte ca. 1 1/2 Jahre und bestellte wieder eine Brille. Der Preis 179 Euro. Jetzt wurde die Rate ein wenig höher und ca. 13 Euro monatlich. Die erste Brille war nach meiner Rechnung (lückenlos) abbezahlt und ich wollte mir wieder eine Brille bestellen. Aber jetzt funktionierte der Ratenkauf nicht mehr und ich sollte eine andere Bezahlart wählen. Ich muss vorab dazu sagen, dass beide Brillen hervorragend passten und es keine Reklamation gab.

Bei einer anderen Bezahlart war die Klarna für mich uninteressant. Aber so leicht gebe ich nicht auf und habe dort angerufen. Der Call-Agent war auch sehr nett, da gibt es nix zu meckern. Allerdings hat mir das Ergebnis weniger gefallen. Ich fragte weshalb ein Ratenkauf nicht möglich ist. Nunja, entscheidend sei die Bonität und die bisherige Zahlungsmoral. Beides sei absolut OK und ich fragte nach weiteren Gründen. Ich erwähnt auch, dass jedesmal bei einer Bestellung nach dem Geburtsdatum gefragt wird und weshalb das so ist. Im Klarna-Kundenkonto ist ja alles erfasst. Ob es wohl eine Altersgrenze gibt, bei der keine Raten mehr angeboten werden. Mein Gesprächsteilnehmer gab mir darauf keine Antwort, aber dafür eine andere.

Klarna würde intern die Höchstbeträge festsetzen, die für einen Ratenkauf zulässig sind. Allerdings könne mir dieser Betrag aus Datenschutzgründen nicht genannt werden. HÄ?!! Ich könne ja den Restbetrag auf einmal zahlen und dann könnten Raten wieder möglich sein. Na dazu brauche ich die Klarna wirklich nicht und ziehe PayPal dafür, ohne wenn und aber, vor.



In den AGB’s der Klarna habe ich einige interessante Passagen gefunden:

 

2. Zustandekommen des Kreditvertrages

Verbraucher können den Kredit beantragen, indem sie bei ihrem Einkauf Ratenkauf
als Zahlungsoption auswählen. Weiterhin können Verbraucher beantragen, eine
Bestellung unter Nutzung der Klarna Zahlungsmethode Rechnung in einen
Ratenkauf umzuwandeln. Eine solche Umwandlung kann in unserem Nutzerportal
beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die betreffende Rechnung zur
Umwandlung zugelassen ist. Vor Bewilligung des Kredites prüft Klarna, ob der
Kreditnehmer in der Lage ist, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und ob er
sonst die Voraussetzungen für die Einräumung unseres Ratenkaufkredites erfüllt,
beispielsweise ob er geschäftsfähig ist. Der Vertrag mit Klarna kommt bei einem
Kredit unter 200 € mit Übersendung der Vertragsbedingungen durch Klarna an den
Kreditnehmer zustande. Ein Verfügungsrahmen ab 200 € erfordert einen
schriftlichen Vertrag zwischen Klarna und dem Kreditnehmer. In diesen Fällen ist
unser Ratenkauf auch bei Beantragung im Rahmen eines Einkaufs anfänglich als
Kauf via Klarna Rechnung ausgestaltet.

3. Verfügungsrahmen und Verwendung

Im Rahmen von Ratenkauf wird dem Kreditnehmer ein Verfügungsrahmen zur
Verfügung gestellt. Der dem Kunden durch Klarna eingeräumte Verfügungsrahmen
ist jeweils im Vertrag angegeben. Die Entscheidung über die Höhe des
Verfügungsrahmens obliegt allein Klarna. Der Verfügungsrahmen kann bei Einkäufen
bei angeschlossenen Händlern, bei denen dem Kreditnehmer Ratenkauf in der
Kasse angeboten wird, und zur Begleichung von Einkäufen, die ursprünglich mit
einer über Klarna Bank AB (publ) gewickelten Rechnung vorgenommen wurden,
genutzt werden. Die Umwandlung einer Rechnung in eine Zahlung mittels
Ratenkauf kann in unserem Nutzerportal beantragt werden. Voraussetzung ist, dass
die betreffende Rechnung zur Umwandlung zugelassen ist. Bei Annahme der
Umwandlung durch Klarna wird der jeweilige Betrag dem Ratenkauf hinzugefügt.
Klarna behält sich vor, die Umwandlung – wie im nachfolgenden Absatz
beschrieben – bei Vorliegen eines sachlichen Grundes abzulehnen.

Klarna ist berechtigt, die Nutzung des Verfügungsrahmens für einen bestimmten
Kauf entsprechend § 499 Abs. 2 BGB bei Vorliegen eines sachlichen Grundes, wie
beispielsweise bei Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers
oder bei Verdacht auf unbefugte Verwendung, zu verweigern. Klarna wird den
Kreditnehmer gemäß den gesetzlichen Vorschriften über die Verweigerung
unterrichten. Unser Ratenkauf und der gewährte Verfügungsrahmen sind persönlich
und dürfen nur durch den Kreditnehmer selbst genutzt werden. Der Kreditnehmer
hat Klarna unverzüglich über einen Verdacht auf unberechtigte Nutzung zu
informieren.



Na toll… Der nette Call Agent hat mit keinem Wort einen Kreditantrag erwähnt. Er hat mir auch den Kreditrahmen nicht mitgeteilt und sich auf den Datenschutz berufen.

Aber ich bin froh, dass es es nicht gemacht hat. Die Klarna hätte nämlich erst NACH dem Kauf auf Rechnung den Kreditantrag geprüft.

Klarna ist berechtigt, die Nutzung des Verfügungsrahmens für einen bestimmten
Kauf entsprechend § 499 Abs. 2 BGB bei Vorliegen eines sachlichen Grundes, wie
beispielsweise bei Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers
oder bei Verdacht auf unbefugte Verwendung, zu verweigern.

Sie haben nicht einmal die angeblich sachlichen Gründe überprüft. Jetzt ist es ziemlich klar, dass das Geburtsdatum eine Rolle spielt. Zumindest für mich. 🙂 Die Klarna ist somit für mich unnötig und uninteressant geworden. Denn für meine Online-Zahlungen nutze ich eh nur PayPal und das schon seit ca. 12 Jahren.

Ist die Klarna wirklich so vermessen zu glauben, dass nach Ablehnung des Ratenvertrages die Gesamtsumme bezahlt wird? Deshalb wird wohl erst über den Kreditvertrag NACH der Zahlung auf Rechnung entschieden. Das ist für mich “Bauernfängerei”. Ich bekam ja nicht einmal die Möglichkeit auf einen Kreditantrag, der sowieso nicht durchgegangen wäre.

Was Reklamationen betrifft, kann ich die Klarna nicht beurteilen, da ich diesbezüglich mit den Produkten zufrieden war.

Was PayPal betrifft, wurde mir immer zu 100% geholfen. Viele Nutzer wissen nicht, wie man richtig bei einer Käufer-Beschwerde vorgeht. Sie stellen den Käuferschutz-Antrag völlig falsch und wundern sich, dass PayPal nichts unternimmt. Im WWW kann man nachlesen, wie eine Beschwerde korrekt abläuft. Mir wurde selbst am Telefon schon weiter geholfen. Auch hier kann ich natürlich nur aus eigenen Erfahrungen sprechen. Allerdings kenne ich persönlich niemanden, der schon Ärger mit PayPal hatte.

Für mich ist PayPal und Klarna bei Weitem nicht dasselbe. Deshalb auch nicht miteinander vergleichbar. Was wäre eigentlich mit der Klarna, wenn sie keine so günstige Ratenzahlung anbieten würde? Wahrscheinlich hätten die meisten Nutzer nie etwas davon gehört. 🙂


 

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